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Versicherungen → Lebensversicherung ohne Garantiezins

Der Garantiezins für Lebensversicherungen wurde per 01. Januar 2014 von vormals 1,75 Prozent um 50 Basispunkte auf 1,25 Prozent reduziert. Dennoch hat die Versicherungsbranche zunehmende Probleme, da sich das Zinsniveau auf einem so niedrigen Stand befindet, dass es schon problematisch werden kann, auf die lange Sicht diesen Zins noch zu erzielen. Wenn man alleine bedenkt, dass 10-jährige Bundesanleihen zuletzt weniger als 0,15 Prozent im Jahr abwarfen und die Assekuranzen aufgrund gesetzlicher Regularien verpflichtet sind, einen Großteil ihrer Kapitalanlagen in Form “sicherer” Staatsanleihen zu8 tätigen, dann wird schnell klar, dass das so dauerhaft nicht funktionieren kann. Die ab Januar kommenden Jahres geltenden neuen Regelungen um Solvency II könne zwar unter Umständen für eine Entlastung sorgen, doch gerade kleinere Versicherungsgesellschaften profitieren hiervon unter Umständen nicht. Angesichts dieser Probleme sind Lebensversicherungen ohne Garantiezins eines der ganz neuen Produkte am Versicherungsmarkt, das von zunehmend vielen Anbietern verkauft wird.

Wir wollen dies zum Anlass nehmen, uns diese Produktgattung mal ein wenig genauer anzuschauen und Vor- sowie Nachteile aufzuzeigen. Bei einer üblichen Lebensversicherung mit Garantiezins gibt es, wie der Name schon impliziert, einen garantierte Mindestverzinsung des eingezahlten Kapitals zum Ablaufzeitpunkt. Das heißt, es steht schon zu Beginn, bei Abschluss der Police, fest, welche Summe bzw. Rente zum Ablauf mindestens ausgezahlt wird. Natürlich wurde diese Mindestrente bzw. -auszahlung zumeist übertroffen, da die Assekuranzen am Kapitalmarkt höhere Renditen erzielten als in der Garantieverzinsung vorgesehen. Bei den neuen Policen gibt es ebenfalls eine garantierte Mindestauszahlung. Diese umfasst jedoch ausschließlich eine Garantie der eingezahlten Beiträge, damit jedoch keine Mindestverzinsung – außer vielleicht eine Minimalverzinsung von 0 Prozent. Der Worst Case eines solchen Produktes ist es also, dass zum Ablauf genau die Summe ausgezahlt oder verrentet wird, die man im Laufe der Jahre eingezahlt hat. Nah Abzug der Inflationsrate würde dieser Fall für die Anleger ein Verlustszenario darstellen.

Mit diesem Risiko erkauft man sich jedoch die Chance auf eine höhere Rendite: Die nicht mehr in die sichere Garantieverzinsung zu investierenden Gelder können in chancenreichere Arten der Kapitalanlage investiert werden, es besteht also ein höheres Engagement in Aktien oder Unternehmensanleihen. In der Praxis bedeutet dies oft, dass einfach eine um 0,X Prozentpunkte höhere Beteiligung an den Überschüssen gewährt wird. Im Falle der Lebensversicherung ohne Garantiezins der Allianz, genannt Allianz Perspektive, beträgt dieser Vorteil 0,3 Prozentpunkte. Die tatsächliche Gesamtverzinsung im Jahr 2014 lag also für einen Inhaber einer normalen Lebensversicherung mit Garantiezins von der Allianz bei 4,2 Prozent, für den Inhaber einer neuartigen Police ohne Garantiezins hingegen bei 4,5 Prozent (2015 liegt das Satz analog bei 4,3 Prozent). Vorteil bei solchen Produkten ist, dass häufig, wie im Falle der Allianz, die in einem Versicherungsjahr erzielten Überschüsse nicht im nächsten Jahr verloren werden können, sondern jedes Jahr die Überschüsse “gesichert” werden, also verbindlich festgeschrieben werden.

Dieses Konzept kommt bei den Kunden ganz offensichtlich an. Schon im ersten Jahr, 2013, die Allianz dieses Produkt an den Start gebracht hat, wurden mehr als 50.000 Verträge abgeschlossen, berichte das Handelsblatt. Rund ein Drittel aller Neuabschlüsse im ersten Jahr entfielen auf die neue Variante ohne Garantiezins. Für die Kunden bietet sich der Vorteil der höheren Verzinsung bei dem gleichzeitigen Risiko, möglicherweise keine Rendite zu erzielen, wenn das Marktzinsniveau weiterhin niedrig bleibt und die Allianz nicht auf anderem Wege eine ordentliche Rendite bzw. sogar Verluste erzielt. Auf der Versicherungsseite ist ebenfalls klar, wo der Vorteil liegt: Weniger Risiko. Wenn keine Garantiezinsen gezahlt werden müssen, liegt das Risiko beim Kunden – nicht jedoch beim Versicherer. Vor diesem Hintergrund sollten sich Kunden überlegen, ob sie das Risiko eingehen möchten, für einen Aufschlag von 0,3 Prozentpunkten das Risiko von 1,25 Prozent eingehen zu möchten. Es kann sich lohnen, muss es aber nicht. Wie man sich entscheidet, muss jeder selbst wissen. Es gibt durchaus Chancen, doch sollte das Risiko nicht vernachlässigt werden. Daneben gibt es einen weiteren Punkt, den Anleger unbedingt beachten müssen: Bei der Verrentung zum Ablauf hin, werden die dann gültigen und angewandten Input- bzw. Berechnungsfaktoren verwendet. Es gelten also der dann anliegende Rechnungszins ebenso wie für die Bestimmung des Langlebigkeitsrisikos die dann maßgebliche Sterbetafel herangezogen wird. Dies erschwert es den Versicherungsinhabern, ihre Bezüge schon jetzt zu planen.


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